Gelungener Rückrundenauftakt mit bewährtem Antriebskonzept

Ein Kessel Buntes hat den Sendebetrieb wieder aufgenommen. Allerdings nicht im Kulturpalast, sondern im Sporthallenbunker des Gymnasiums Bühlau. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Dietmar Hein und Rayk Westphal, sowie den Assistentinnen Jana Winkler und Anne Elsner. Für ein entsprechendes Spektakel wurde in Form von Lichteffekten, sich bewegenden Feldlinien, wilden Gesten, heißen Fans, ein Buffet weit oberhalb des Leipziger Standards und natürlich den Akteuren des Tages, welche unter Namen „Lauchparade“ auftraten. Statur und Trikots aller Beteiligten trugen hilfreich zur Authentizität der Show bei.   

Das Warm-Up wurde bereits im Stehen absolviert, da die Fußbodenheizung schon ab 10 Uhr unermüdlich Vollgas gab. Nach allen Vorbereitungen an Netzanlage, Buffet und Musikstation waren wir bereits nach dem Umziehen auf Betriebstemperatur. Anders als zum letzten Heimspieltag mussten wir diesmal leider auf Fips verzichten, da das Protokoll keine freien Felder mehr aufwies. Pünktlich starteten wir in die erste Partie gegen den SV Reudnitz. Mastermind André lenkte Martin, Timon, Till, Micha und Basti D. in den ersten Satz. Spannung ab der ersten Minute wurde versprochen und gehalten. Bis zum Stand von 09:09 sicherte eine stabile Annahme auf beiden Seiten den offenen Schlagabtausch. Erstmals beim Stand von 14:11 konnten wir durch eine kleine Aufschlagsserie von Basti und fehlerbehaftetem Angriffsspiel der Reudnitzer die Oberhand gewinnen, welche wir auch bis zum 19:15 hielten. Doch durch eine ebenfalls sehr gute Aufschlagsserie von Sprungaufschlägen brachte uns der Reudnitzer Till Wohlrab sichtlich in Bedrängnis. Abstimmungsprobleme in der Annahme ließen nur ein vorhersehbares Angriffsspiel zu, welches die Gäste zu nutzen wussten und unseren Vorsprung schwinden ließen. Selbst eine 23:21 Führung konnte von uns nicht über Ziellinie gerettet werden, da in unseren Köpfen in dem Moment nur Buntes und nichts Strukturiertes zu finden war. Also gaben wir den ersten Satz nach weiteren guten Aufschlägen des Reudnitzers Max Lukas knapp mit 23:25 ab.

Konzentration war das Stichwort von Mike. Unverändert starteten wir in Satz Nummer 2 und die wahrscheinlich spannendsten 35 Minuten dieses Tages. Keine Mannschaft kam auch nur über ein 2 Punkte Break hinaus. Unseren Zuschauern wurde hier alles geboten…zumindest auf unserer Seite. Auf Seiten der Reudnitzer bestand dieser Satz aus Aufschlägern und der 2-Men-Show Benedikt Werner und Till Wohlrab. Dort wo alle anderen Angreifer der Reudnitzer größtenteils versagten, punktete die Zuspiel-Dia Kombination. Egal ob im Vorder- oder Hinterfeld. Respekt an dieser Stelle. Jedoch lag das auch an unserem inkonsequentem Blockverhalten und entsprechenden Schwierigkeiten in der Abwehr. Doch durch einen sicheren K1 hielten wir unser Side-Out. Zur Steigerung der Dramaturgie mussten wir beim Stand von 23:24 sogar mit weniger Licht über (nicht in) unseren Köpfen punkten. Warum der Sensor ein Eigenleben führt oder jemand das Spiel sabotieren wollte, bleibt unergründet. Auch wenn die Reudnitzer auf einmal ins schwarze Loch blickten, nichts mehr sahen, obwohl doch Ball und Licht auf Ihrer Seite waren. Dietmar Hein löste die Situation jedoch absolut souverän und sprach uns dennoch den entsprechenden Punkt zu. Doppelwechsel auf beiden Seiten steigerten die Spannung und Optionen bis wir uns schließlich mit 30:28 durch ein starken Mittelangriff von Timon und misslungenem Zuspiel der Gäste durchsetzen konnten.

Nun hieß es den Schwung mit in den 3. Satz zu nehmen. Steve kam für Martins aufs Feld der bis dahin ein gutes Spiel gemacht hatte. Das klappte sehr gut, denn wir konnten uns durch eine stabile Annahme bereits beim Stand von 9:4 über die Stationen 16:8, 21:10 und 23:13 absetzen. Nur noch 2 Punkte bis zum ersten Punkt des Tages. Doch wer betrat in diesem Moment die Aufschlaglinie der Reudnitzer…richtig Till Wohlrab. Konstante, aber nicht zwingend gefährliche Sprungaufschläge brachten unsere Annahme in unerklärliche Bedrängnis. Erst beim Stand von 23:19 konnten wir uns durch einen Fehlaufschlag der Gegner und einem umstrittenen Punkt, wo der Ball die Antenne (nicht vollständig außerhalb) überquerte, mit 25:20 befreien.

Gemäß dem letzten Spieltag wollten wir auch diesmal in Satz 4 die Entscheidung erzwingen und die nächsten wichtigen 3 Punkte verbuchen. Allerdings gelang es uns nicht an die Leistung des 3. Satzes anzuknüpfen. Von Beginn an rannten wir den Gästen mit 1-2 Punkten hinterher und schafften es nicht uns wichtige Breaks zu sichern. Der Satz gestaltete sich bis zum Stand von 16:18 relativ ausgeglichen mit variablem Angriffsspiel auf beiden Seiten. Wir waren gut dabei, aber eben nicht gut genug in diesem Moment. Wieder war es eine Aufschlagserie der Reudnitzer die uns zusetzte. 19:23 stand es als die Gäste bereits ihre Regierungsflagge in unserer Halle, nicht mal vor ihrem ersten Punktgewinn, hissen wollten. Davon motoviert und vollzogenem Doppelwechsel, starteten wir eine kleine Aufholjagd, die aber diesmal nicht ganz so erfolgreich war wie zum Spiel gegen Chemnitz-Harthau und gaben den Satz mit 22:25 in die Hände der Gäste.  

Im Finale des ersten Spiels sollten es nun André, Jakob, Timon, Till, Steve und Basti D. entscheiden. Wir starteten entschlossen und setzen uns durch sichere Aufschläge, eine stabile Feldabwehr und cleveren Angriffen mit 5:0 ab. Was für ein grandioser Start. Mit den Fans im Rücken spielten wir euphorisiert weiter und wechselten beim Stand von 8:2 die Seiten. Der SV Reudnitz allerdings mit dem Rücken zur Wand hat seine Arroganz und Selbstüberschätzung noch nicht verloren. Beim Stand von 3:10 im Tie-Break, „Ist das alles?“, von sich zu geben, ist schon echt Panne. Bei aller Sportlichkeit ließen wir es uns nicht nehmen beinahe jeden Punkt bis zum 15:6 Endstand so zu feiern. Das war nämlich dann „alles“ was von den Reudnitzern noch übrig blieb. Wir nehmen diese Kommentare nicht mit in die nächste Partie, da stehen wir darüber. Doch das nächste Buffet mit 3 Kästen vollmundigem Edelpils in Reudnitz kommt bestimmt.

SV Motor Mickten – SV Reudnitz 3:2 (23:25, 30:28, 25:20, 22:25, 15:6)  

Wir hingegen stärkten uns mit reichhaltigen Köstlichkeiten, unter anderem André´s renommierter Käse-Lauch-Suppe. Da einige von den erfahrenen Spielern der Markkleeberger in der Seenplatte schiffbrüchig geworden sind, brauchten die „Youngster“ etwas mehr Aufwärmzeit, sodass wir 17.15 Uhr in die zweite Partie des Tages starten konnten. Ähnlich zum ersten Spiel starteten André, Micha, Timon, Till, Martin und Basti D. in Satz Nummer 1. Wie zu erwarten, war die zweite Vertretung der Neuseenländer motiviert und ein spannender, sowie ausgeglichener erster Satz bot den Zuschauern einiges an Unterhaltung. Mäßige Aufschläge mit sicheren Annahmen sicherten ein beidseitig variables Spiel bis zum Stand von 22:22. Danach trafen sich unsere Freunde Wabbelknie und Flatterhand in unserer geistigen Mitte, um wie schon im Hinspiel, diesen Satz in der Crunchtime mit 23:25 abzugeben. Schade, dass wir in diesem Moment nicht die Cleverness aus dem Spiel gegen Zschopau haben durchblicken lassen.

Aber kein Grund zur Sorge. Das erste Spiel des Tages startete schließlich genauso. Wenn sich da keine Parallelen abzeichnen? Steve ersetzte Martin und wir starteten sonst unverändert in den 2. Satz. Auf Seiten der Markkleeberger wechselte die Regie auf den erfahrenen Kapitän Thomas Lange. Gutes Blockspiel und entsprechende Feldverteidigung auf beiden Seiten machte den Satz bis zur 13:11 Führung sehr spannend. Über die Stationen 17:13 und 23:16 konnten wir uns durch gute Aufschläge von Micha und Steve eine entsprechende Führung erarbeiten, da das Angriffsspiel der Gäste recht statisch geworden ist. Die bisher fleißigen Scorer Marian Kühn, Andreas Rauschenbach und Sebastian Kluge fanden keine Lösungen mehr. Wir beendeten den Satz konsequent mit 25:18.

Satz 3 begann mit unverändertem Personal auf unserer Seite. Faselfehler in Block und Feldabwehr auf beiden Seiten begleiteten alle bis zum Stand von 6:6. Durch erneut gute Aufschläge von Steve konnten wir uns mit 10:7 absetzen. Diesen Vorsprung hielten wir bis zur Satzmitte, als sich so langsam die müden Körper bemerkbar machten. Unsicherheiten im Angriff und Aufschlag ließen den erarbeiteten Vorsprung schmelzen und motivierten den Gegner bis zum 15:14. Eine gesamte Rotation musste vergehen, sodass Steve erneut mit seinen Aufschlägen die Markkleeberger unter Druck setzen konnte und wir uns eine 3 Punkte Führung erarbeiteten. Diesmal behaupteten wir diese Führung bis zum Satzgewinn 25:22. Mike´s Mindestziel für den Tag war schon mal eingebucht.

Gut probieren wir es nochmal mit den nächsten 3 Punkten. Da unser weiblicher Ultra Fanblock erweitert wurde, konnte eigentlich nichts schief gehen. Die Trommeln und Hände glühten. Also auf in den 4. Satz des zweiten Spiels. Der Satzbeginn verlief ähnlich zu den drei vorangegangenen Sätzen. Beim Stand von 11:9 erarbeitete sich Markkleeberg eine kleine Führung. Die Konzentration der Spieler, welche bereits über 8 Sätze in den Knochen hatten, schwand allmählich vor sich hin. Durch clevere Angriffe von Till und Steve kämpften wir uns zum 15:15 zurück. Bei jenem Spielstand entschied sich Mike für den Doppelwechsel. Durch mäßige Aufschläge und gute Angriffe der Gäste Marian Kühn und Sebastian Kluge liefen wir wieder konstant ein bis zwei Punkte hinterher, welche wir bis zum Satzende von 25:23 Markkleeberg nicht mehr aufholen konnten.

Was wäre denn die erste Herrenvertretung des SV-Motor Mickten ohne ein gepflegtes 5-Satz-Spiel, sowie dessen Fangesänge. Kaum ein anderes Team wird wohl in den letzten 2 Saisons mehr als 14 5-Satz-Spiele bestritten haben, von denen lediglich 3 verloren wurden. Also auf zum letzten Akt in der Villa Kunterbunt. Toni ersetzte André im Zuspiel, ansonsten starteten wir unverändert in den letzten Satz. Die anfänglichen Fehler der Gäste (2x Netzaufschlag und 1x Angriffsfehler) konnten leider nicht in eine brauchbare Führung umgewandelt werden. Bis zum Stand von 7:6 verlief das Spiel ausgeglichen in dem die Außenangreifer beider Seiten ordentlich punkteten. Der Seitenwechsel beim 8:6 verlief etwas kurios, nach dem ein durch den Gegner bereits für tot erklärte Ball doch noch den Weg über die Netzkante fand und schließlich nach der nächsten Abwehr durch Steve mit dem Pipe beendet wurde. Sichtlich motiviert, auch die Reihen unserer zahlreichen Fans, behaupteten wir diese Führung über die Spielstände 10:8, 12:9 bis zum 15:9 Endstand. Obwohl fairerweise gesagt werden sollte, das Markkleeberg 1 Punkt mehr zugestanden hätte, da der finale Ball von unserem Block an die Antenne ging. Auch nach Anzeige unseres Fehlers beendete Ryak Westphal die Partie und hatte zu recht noch etwas mit dem Unmut der Neuseenländer zu kämpfen.   

SV Motor Mickten – TSG Markkleeberg von 1903 II 3:2 (23:25, 25:18, 25:22, 23:25, 15:9) 

Ein spannungsgeladener Spieltag lag hinter uns, den wir wieder einmal in bewährter Taktik zum Abschluss brachten. Die erneut wichtigen 4 Punkte bringen uns zwischenzeitlich auf Tabellenplatz 5, wo der Abstand zu den Abstiegsrängen bereits auf 6 respektive 7 Punkte gewachsen ist. Ein besonderer Dank gebührt wieder unseren Mädels, die lautstark mit Kehle und Trommel bei der Sache waren. Ihr seid absolute Spitze. Ebenfalls bedanken wir uns bei allen Angehörigen, Freunden und den fleißigen Helfern aus der Sektion ohne die sowohl der Verkauf, als auch die Schiedsrichterassistenz nicht möglich gewesen wären. Wir feierten unsere Siege noch ausgelassen bis der Arzt…ähm ich meine der Hubschrauber kam.

Das nächste und letzte Heimspiel findet erst am 28.03.2020 wieder im MoMi-Center statt. Wer Lust hat kann uns dennoch gern bei den nächsten Auswärtsspielen unterstützen.

© Toni Fuchs