Erfolglose Kaffeefahrt ins 3-Länder-Eck

Zum ersten Sonntagspiel dieser Saison durften wir unsere Straßengeschosse nach Zittau ausführen. Einige der Teilnehmer trafen sich am MoMi-Drom, für die Anderen ging es direkt auf die Piste. Nach kurzer Klärung wer den feinen Zwirn für unser Sonntagskaffee bei sich führt, konnten alle starten. Reisedauer 1h 20 Minuten, hügelige Straßen, planlose Fahrer und Mathilde lost im Marvel-Universe. So könnte man unser Spiel auch beschreiben. Nein, ein paar mehr Zeilen im Wort zum Sonntag haben wir schon übrig. Übrig hatten die Zschopauer auch viele Auswechselspieler, welcher nach ihrer 2:0 Führung im ersten Spiel des Tages, ebenfalls am Bankett teilnehmen durften. Für uns hieß also eine Stunde länger warten, sich am Buffet bedienen und im Spectator-Modus bleiben. Nachdem Zschopau es nach geschlagenen 2 Stunden geschafft hatte zu triumphieren (haben sie sich bestimmt von uns abgeschaut), durften wir nochmals 1h 15 Minuten warten, da die Schiedsrichter eine Auswertung hatten. Ab hier war klar, wir waren schon über den Zenit des Tages hinweg. Von Anreisestart bis Anpfiff ca. 5 Stunden. #3.Liga…nicht!    

Die intensive Erwärmung in der frischen Halle war zügig, aber spannungslos. Till übernahm aufgrund seiner andauernden Verletzung den Posten von Mike, um uns durch das Spiel an der Seitenlinie zu leiten. Die Herren Toni, Jakob, Timon, Basti M., Martin und Basti D. gesellten sich auf die (Kuchen)-Platte. Ein holpriger Start in den ersten Satz brachte uns umgehend in einen 02:06 Rückstand. Nach Stabilisierung unserer Annahme kämpften wir uns durch gute Angriffsaktionen bis auf 2 Punkte zum 9:11 wieder heran. Über den anfänglichen Mittelteil des Satzes sahen die zahlreichen Zuschauer der Gäste, als auch der mitgereisten Fans, ein ausgeglichenes Spiel. Ab dem 13:16 schlichen sich Fehler in nahezu allen Elementen bei uns ein. Lösungsorientierte Angriffe waren Fehlanzeige und Halbgas in der Feldabwehr ließen uns zu Recht den Satz mit 13:19, 17:22 und 18:25 aus den Händen gleiten. Selbst die zwischenzeitlich vollzogenen Wechsel konnten keinen frischen Wind aufs Feld bringen.

Till ermahnte uns die grundlegenden taktischen Ziele zu verfolgen und konzentriert auf dem Feld zu arbeiten. Steve ersetzte Martin, ansonsten starteten wir unverändert in Satz Nummer 2. Diesmal mit konstanten Side-Out und disziplinierter Blockarbeit. Doch irgendwie fehlte uns an diesem Tag der Biss und Killerinstinkt. Da heute nur die „Dritten“ am Start waren, reichte es nicht um die Führung auf mehr als 2 Punkte auszubauen. Das hervorragende Block-Abwehr-Spiel der Zittauer ließ uns kaum über den K2 Polster erarbeiten. Langsam waren wir vermeintlich im Spiel angekommen und gewannen Satz 2 relativ unspektakulär und knapp mit 25:23.  

Ab Satz 3 übernahm André die Rolle des Reiseleiters und navigierte die Bälle zu den Teilnehmern unserer Runde. Spiegelbild aus Satz 1, 02:05 Rückstand. Sind wir etwa im Kreis gefahren? Durch gute Aufschläge von Basti M. und Steve konnten wir uns auf 07:08 heran kämpfen. Jedoch konnten wir die Spannung nicht lange hoch halten. Erneut mäßiges Aufschlagspiel unsererseits ließ die Gastgeber schnell über alle Positionen spielen und unserem sowieso schon nicht sehr disziplinierten Block alles andere als gut aussehen. Harte Worte von Till, Doppelwechsel beim Stand von 11:19 und der zwischenzeitliche Wechsel der Außenpositionen brachte keinen Wende. Stattdessen Kreisverkehr wo man zwar schon sehen kann welche Ausfahrt angepeilt wird, aber vergisst zu blinken, zu fahren und sich weiter im Kreis dreht. Eine Abkürzung gab es nicht. Schmerzlich mussten wir Satz 3 mit 19:25 an Gastgeber abtreten.   

Also was machen Sachen? Das war die Frage nach 3 Wechseln und 00:07 Satzrückstand im vierten Anlauf. Was wir beherrschten war das Blocktraining, allerdings aus Sicht der Trainingspartner, welche die Aufgabe hatten, den Ball so hart wie möglich in den Block zu schlagen. Ohne Geist im Angriff scheiterten wir gegen die gut gestellte Mauer der Zittauer. Mühselig fingen wir an kleine Punkte zu sammeln, konnten jedoch doch den Abstand auf nicht weniger als 5-Punkte verkürzen. Die restliche Verkaufsveranstaltung ist schnell erzählt. Über die Phasen 08:13, 14:21 und 20:25 Endstand wurden uns die Punkte aus der Tasche gezogen. Glückwunsch an dieser Stelle an Zittau. Die Gastgeber hatten einen super Tag erwischt und unsere bisher anhaltende Siegesserie gestoppt. Die Niederlage absolut verdient, doch der zuvor erarbeitete Abstand zu den Abstiegsrängen schmolz auf magere 2 Punkte.

SV Motor Mickten – VV Zittau 09 I 1:3 (18:25, 25:23, 19:25, 20:25)  

Danke an unsere mitgereisten Fans, um uns selbst an solchen Tagen zu unterstützen. Bereits am 22.02. dürfen wir beim Tabellenführer aus Zschopau antreten und uns erneut beweisen. Doch das Spiel wir härter denn je, mit dem Gedanken weitere Punkte sammeln zu wollen und zu müssen, sowie den Rachegelüsten der Zschopauer ihre Hinspielpleite wieder wett zu machen.

© Toni Fuchs