„Ei“ du S…Landespokalfinale – Wir sind wieder am Start!

Nach dem erfolgreichem und emotionsgeladenem Auswärtsspiel gegen den Tabellenprimus VC Zschopau, führte uns die Ansetzung des Halbfinals im Sparkassencup in die nächste Bergstadt. Die Herren des 1.VV Freiberg richteten in gelungener Atmosphäre das „Event“ aus. Da wir gern kulturell beitragen und die regionale Wirtschaft fördern, gönnten wir uns echte Freiberger Eierschecke. Zumindest ein paar Stückchen, denn die Bäckerei dachte sich, sie macht lieber Dresdner Eierschecke für uns. Was für Banausen. Apropos Banausen. Zum Abschluss des meteorologischen Winters drückten wir unseren „grünen“ Stempel auf die Landkarte, indem wir unseren Kader von 13 Leuten auf 5  Metallpferde sattelten.   

Im ersten Spiel des Tages trafen wir gleich auf den Gastgeber. Unser Gegner war uns bereits aus den ersten beiden Pokalrunden letztes Jahr bekannt. Beide Spiele endeten damals in jeweils 5 Sätzen, wobei beide Teams einen Sieg für sich gewinnen konnten. Die taktischen Vorgaben waren gesetzt, die aufgestellten Positionen ebenfalls. Also Feuer frei für Spiel 1. Wir zündeten mit Toni, Martin, Timon, Basti M., Steve und Basti D. den Ofen für den ersten Satz. Doch lange gefackelt, uns das erste kleine Polster beim Stand von 9:5 und 13:8 zu erarbeiten, haben wir nicht. Schon mit den Gedanken bei der Eierschecke, verlieren wir unsere besagten Backzutaten. Sechs gefährliche aufgeschlagene Eier des Freibergers Johannes Tschom, brachte unsere Annahme in unnötige Bedrängnis. Auf einmal stand es 13:14. Wir waren etwas zu locker in unserer Haltung. Mahnende Worte von Trainer Mike, sowie eine 30-sekündige Neujustierung unserer Rührgeräte stabilisierte die Annahme. Entsprechend konnten die Bälle nun variabel verteilt werden und machten es dem Freiberger Block schwer. Mit 20:15 und 25:17 war Schritt 1 getan.

Unverändert starteten wir in Satz 2. Sollwertvorgabe von extern an unsere Rührgeräte; Aufschlag eine Stufe noch oben, Fehlerquote nach unten stellen. Die Techniker haben hier ganze Arbeit geleistet. Durch diszipliniert taktische Aufschlage und einer gut platzierten Feldabwehr kamen wir nicht in die Bedrängnis des ersten Satzes. Von Beginn an sicherten wir uns einen Vorsprung von 9:4, 15:9 bis hin zum 19:12 und 25:18 Satzstand. Nun ja, besonders spektakulär lieferten wir nicht ab. Das war auch nicht notwendig, da die Fehlerquote der Freiberger einfach viel zu hoch war.

Gefährlich wird es meistens in Schritt 3 das gebackene nicht zu zeitig aus dem Ofen zu holen. Da wir genügend geistlose Vielfraße in der Mannschaft haben, ist das nicht selten abwegig. Till feierte sein Comeback in die diesjährige Saison und ersetzte Basti M. Mit umgeschnallter Tortenform für den Rücken ging es für ihn auf den Platz. Überraschend schnell konnten wir uns auch hier ein 5:1 nach wenigen Spielminuten sichern. Die Freiberger blieben hinter den Erwartungen zurück. Die sonst gut aufspielenden Mitten Sebastian Thormeier und Erik Schmidt konnten nicht oft genug oder effektiv eingesetzt werden. Abstimmungsprobleme im Spielaufbau, sowie erneut hoher Fehlerquote der Bergstädter, ließen uns das Spiel diktieren. 12: 6 und 19:12 stand es zwischenzeitlich. Till entdeckte ebenfalls die Schlagbohrfunktion am Rührgerät und brach die Freiberger Schale komplett. Mit 25:19 hatte uns der Gastgeber nichts mehr Entgegen zu setzen. Schade für die zahlreichen Fans und Zuschauer, sowie auch uns, die mit einem spannenderen und Energie geladenem Spiel gerechtet haben. Aber das sollte alles noch kommen. Zumindest Energie geladen.  

1. VV Freiberg – SV Motor Mickten 0:3 (17:25, 18:25, 19:25)  

Dem Schritt des 3. Pokalfinales in Folge näher gekommen zu sein, fand die 2. Partie des Tages statt. Die Volleyballer aus Coblenz konnten sich mit 3:2 gegen den Gastgeber durchsetzen und so sollte es noch ein kleines Finale des Spieltages geben. Vorher stärkten wir uns mit besagter Eierschecke, um unsere Konzentration, Nerven und Schlagarme zu präparieren. Nun ja, bis auf Till. Der opferte ungewollt Eierschecke gegen Bier. Eigentlich kein schlechter Deal, aber auch nicht wirklich kameradschaftlich von uns. Sorry.  Ach ja, da waren doch noch die Kameraden aus Coblenz. Zuletzt vor 2 Jahren in der Sachsenklasse Ost am Rande des Abstieges, zwischenzeitlich  auf Platz 4 rangierend. Es galt niemanden zu unterschätzen. Vor allem die 2 Neuzugänge der Coblenzer. Die technisch unkonventionellen und schwierig zu bespielenden „Dorfvolleyballer“ (bitte nicht falsch verstehen) verfolgten ihren wie immer, nennen wir es, eigenwilligen Spielstil.   Ähnlich zum ersten Spiel starteten wir mit Toni, Micha, Rene, Basti M., Martin und Basti D. Wie zu erwarten, taten wir uns schwer gegen die groß gewachsener Coblenzer. Wir konnten uns zwar stetig über 08:05, 14:11 und 21:19 ein kleines Polster sichern, doch ausreichend war das bei Weitem nicht. Der gut gestellte Block, sowie einer sagenhaft gewollten oder ungewollten Feldverteidigung des Gegners machte uns das Leben schwer. Vom Ka-me-hame-ha bis hin zu Jackie Chan´s Schlangentechnik war alles dabei. Kenner wissen wie erfolgreich diese Techniken sind. In der entscheidenden Phase waren wir also mal wieder nicht in der Lage unseren Punkte- und Technik-Vorteil zu nutzen und mussten nach 2 abgewehrten Satzbällen den Satz noch mit 26:28 abgeben.  

Ein wenig Nervosität wurde überschattet vom steigenden Frust. Basti D. war kurz vorm Super Sayajin Level. Uns war von Anfang klar, dass das ein Arbeitssieg werden sollte, da wir immer unsere Probleme gegen Mannschaften mit unkonventionellen Spielstilen haben. Präsenz, Mut, mentale Stärke und Einsatzbereitschaft waren die Schlagwörter, welche uns in der Satzpause trafen. Das haben wir auch gleich gut umgesetzt. Ordentlich platzierte und sichere Aufschläge, sowie super Annahme und Feldabwehr ließen uns mehr Zugriff auf das Spiel. Die erneut frühe Führung von 05:02 und 14:09 konnte über 20:16 gehalten werden. Durch den Doppelwechsel stärken wir Block und Variabilität unseres Spiels. Damit glichen wir mit 25:17 zum 1:1 Satzstand aus.

Die Endaufstellung von Satz 2 blieb gleich auf dem Feld, um an die guten Leistungen anzuknüpfen. Bis zum Stand von 09:09 entwickelte sich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, was zwischenzeitlich in wildem „Gebolze“ endete. Zweite Bälle welche aus 3-6 Metern übers Netz gewuchtet wurden, 2 Meter hohe Bälle auf Mitte oder entsprechend krasse Winkel mit Hilfe der Netzkante, stellten unseren Block und Abwehr, vor allem in Sachen Timing, vor große Probleme. Wir waren froh, dass nicht auch noch gelasert wurde. Erneut die Mahnung mehr Einsatz in Kopf und Körper abzufordern.  Unsere Abwehrpositionen, vorrangig Steve, Micha und Patti setzten dies hervorragend um. Durch die Stabilisierung des K2 konnten wir uns mit 11:09, 16:13 und 18:15 ein wenig absetzen. Der erneute taktisch gut gewählte Doppelwechsel sorgte für mehr Druck in Block und Angriff, damit wir den Satz mit 25:16 gewinnen konnten.

Das Pokalfinale war zum Greifen nahe. Also noch einmal 25 Punkte Leistung abrufen. Mit etwas Frust und Nervosität starteten wir in Satz 4. Durch leichte Unsicherheiten in der Annahme konnten wir kein variables Angriffsspiel erzeugen. Der große Block der Coblenzer bereitete uns so einige Probleme. Nicht das wir das erst zuvor im Training geübt haben, Blöcke gezielt anzuschlagen. Es endete vorerst in blinder Ballschubserei. Unnötig machten wir unseren Gegner wieder stark. Erst beim Stand von 14:14 konnten wir ausgleichen und in das Geschehen aktiv mit eingreifen. Bis zum Stand von 19:19 hatten beide Teams über die Außenpositionen eine sichere Side-Out Quote. In der entscheidenden Phase konnten wir nun endlich unseren spielerischen Vorteil ausnutzen und die Coblenzer zu eklatanten direkten Fehlern zwingen. Mit 25:22 beendeten wir den Satz und gewannen das Spiel mit 3:1. Endlich mal wieder ein Spieltag ohne, dass wir 5 Sätze je Partie gefordert waren!

SV Motor Mickten – Volleys Coblenz I 3:1 (26:28, 25:17, 25:16, 25:22) 

Ein langer Spieltag lag hinter uns, den wir mit der dritten Pokalfinalteilnahme in Folge veredelten. Am 25.04.2020 haben wir zumindest nochmal die Chance uns die Sparkassenkrone aufzusetzen. Nach den letzten beiden 2:3 Niederlagen 2018 und 2019, soll der Pott dieses Jahr endlich nach Dresden zu MoMi. Unser Gegner wird der bisher Zweitplatzierte der Sachsenliga, der Krostizer SV, sein. Die Bierstädter sind ebenso scharf auf den neuen „Krug“ wie wir. Der Austragungsort steht bisher noch nicht fest. Entweder Raum Leipzig oder Dresden, da auch bei den Damen der Hainsberger SV und der TSV Leipzig I sich gegenüber stehen. Wir sind jedenfalls gespannt und hoch motiviert.

Doch vorher stehen immer noch die wichtigen Partien in Chemnitz am 14.03., sowie das abschließende und letzte Heimspiel am 28.03.2020 im MoMi-Center, an. Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung, dass wir euch auch nächste Saison Volleyball in Sachsens höchster Spielklasse präsentieren können.

© Toni Fuchs